Autor: Mejdin Kurt

Vier Jahre sind seit dem Völkermord an den Êzîden in Shingal vergangen. Am 03. August 2014 nahm die Terrororganisation IS die Region Shingal, Hauptsiedlungsregion der Êzîden, ein. Sie brachten die Männer um und verschleppten die Frauen und die Kinder. Der UNO zufolge dauert der Völkermord an den Êzîden fort. Trotz der Verpflichtung der Weltgemeinschaft, solche Taten zu verhindern, wird der Genozid aber praktisch nicht thematisiert. Auch vier Jahre später ist das Schicksal Tausender Êzîdinnen und Êzîden, die sich in der Hand des IS befinden, ungewiss.

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Ein offener Brief an die Bundesregierung

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,
sehr geehrter Herr Martin Schulz,
sehr geehrter Herr Horst Seehofer,

seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland war die Außenpolitik Deutschlands von dem Bemühen um Frieden geleitet. Wir hoffen inständig, dass auch Sie als Verantwortliche dieses Landes diese Maxime weiterhin befolgen und bitten Sie, sich proaktiv für den Frieden im Nahen Osten einzusetzen.
Seit knapp zwei Wochen führt die Türkei in der nordsyrischen Enklave Afrin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Kurden. Die Militäroffensive wird neben den Bombardements aus der Luft durch den Einsatz von Bodentruppen unterstützt.

Lesen Sie den ganzen Brief an die Bundesregierung hier.

Deutschland verspricht weiterhin sich für den Schutz der Eziden einzusetzen

Am 07.11.2017 trafen sich die Vertreter des Zentralrates der Eziden e.V. (ZÊD), Dr. Irfan Ortac und Zemfira Dlovani mit dem Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Berlin. Das Duo wurde von Dr. Gerhard Noeske, dem Co-Vorsitzenden der Christlich-Ezidischen Gesellschaft (CEG) begleitet.

Das Trio hat über eine Stunde die aktuelle Situation der Region dem Minister geschildert und die Notwendigkeit einer proaktiven politischen Intervention Deutschlands hervorgehoben. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) wurde gebeten, zwischen den Parteien und Milizen zu vermitteln, um weiteres Blutvergießen und menschliches Leid zu verhindern. Die katastrophale Situation der Zivilbevölkerung in Shingal, die prekäre Lage in Afrin, der Wiederaufbau von ezidischen Regionen und der militärische und politische Schutz der Eziden in ihren Siedlungsgebieten waren ebenfalls Gegenstand des Gesprächs. Darüber hinaus haben die Vertreter des ZÊD die Bundesregierung gebeten, sich weiterhin für die Aufnahme der schwer traumatisierten Frauen einzusetzen.

Ein besonderes Thema war die Nachkriegsordnung Iraks und Syriens. Hierbei waren die Gesprächspartner sich darin einig, dass die Eziden eine wichtige und notwendige Rolle spielen müssen. Wie und in welchem Rahmen die Vorstellung der Eziden umgesetzt werden kann, muss in weiteren Gesprächen vertieft und mit den Anti-IS Akteuren ausgehandelt werden. Sowohl der Bundesaußenminister, Sigmar Gabriel wie auch der Vorsitzender des ZÊD, Dr. Irfan Ortac sehen den Frieden als Basis für eine Nachkriegsordnung. Daher versicherte der ZÊD der Bundesregierung alles in ihrer Macht stehende Möglichkeiten zu nutzen, um in den Regionen einen Versöhnungsprozess anzustoßen. Der ZÊD werde ihre guten Beziehungen zu allen Akteuren der Anti-IS Koalition nutzen, um allen von einem Friedens- und Versöhnungsprozess zu überzeugen. „Die Zukunft unseres Volkes und die Zukunft der Völker in der Region liegt in der Versöhnung der Völker untereinander“, so abschließend Dr. Ortac. 

Bundesaußenminister Gabriel bestätigte diese These und versprach, dass Deutschland sich weiterhin für die Rechte der Eziden einsetzen werde und alles daran setzen werde, dass die Region bald befriedigt wird. Deutschland hat seine Ausgaben für humanitäre Hilfe in den letzten Jahren immer weiter drastisch erhöht. Insgesamt stellt Deutschland mittlerweile einen Betrag von mehr als 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um weltweit Menschen in Not zu helfen.

Die Situation der Eziden im Irak zeige besonders eindrucksvoll, wie massiv die Bedrohung und die humanitäre Notlage für Zivilisten in zahlreichen Konflikten sei, sagte Gabriel nach dem Treffen.

Vertreter des Zentralrats der Jesiden im Gespräch mit Außenminister Gabriel, 
© C. Gärtner / Photothek

Gedenken an die Opfer, Überlebenden und Helden

Am Abend des 02.08.2014 begannen die Terroristen des sog. „Islamischen Staates“ (IS) ihren Angriff auf das überwiegend von Êzîden bewohnte Gebiet Sinjar (Shingal) im Nordirak.

Der Vormarsch der Horden des IS schritt rasant voran und dort, wo sie auf Êzîden trafen, gingen sie mit einer Brutalität vor, die man sich als Mensch nicht vorstellen kann und will. Seitdem beobachten wir einen fortwährenden Genozid an den Êzîden.

Wir gehen nach Zahlen der Vereinten Nationen davon aus, dass bis heute über 5.000 Êzîden getötet wurden. Es befinden sich immer noch über 2.800 Frauen, Mädchen und andere Kinder in der Hand des IS. Frauen, Männer und Kinder wurden lebendig begraben, Kinderleichen wurden an Häuserwände aufgehängt und Menschen wurden lebendig gekreuzigt. Mindestens 3.500 Frauen und Mädchen wurden in die Sklaverei verschleppt, wo sie den entsetzlichsten sexuellen und körperlichen Misshandlungen ausgesetzt waren und sind. Kleine Jungen und männliche Heranwachsende wurden zwangsislamisiert, einer Gehirnwäsche unterzogen und gezwungen, gegen ihr eigenes Volk zu kämpfen. Sie werden als Selbstmordattentäter missbraucht.

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Heute fand in Georgien (Tiblis) eine Feier zum 3 jährigen Bestehen des êzîdischen Tempels statt.

Es waren Vertreter der Christen, Êzîden und vieler anderer Konfessionen und Regierungsverantwortliche vertreten.

Unser Vorstandsmitglied Şahap Dağ war ebenfalls vertreten und hat unser Grußwort vorgetragen.

Wir wünschen den Êzîden in Georgien viel Erfolg.

Eröffnung mit religiösen Hymnen, vorgetragen durch Qewwals


Auf unserer gestrigen Veranstaltung haben die êzidischen Wanderprediger (Qewwale) Qewwal Hussein und Qewwal Ammar die Veranstaltung unter Begleitung der Musikinstrumente „def“ (großes Tamburin) und „şibab“ (lange Flöte) eröffnet.

Ein großer Dank an Wisam Holhol von der Êzîdîschen Jugend Oldenbûrg für die Aufnahmen und den Schnitt.


Eröffnungsrede des Vorsitzenden des ZÊD, Dr. Irfan Ortaç

Grußwort der Bürgermeisterin der Stadt Köln Frau Elfi Scho-Antwerpes

Grußwort des Zentralrates der orientalischen Christen

Grußworte der Baha´i Gemeinde in Deutschland

Videobotschaft der stellv. Bundesvorsitzenden der CDU, Julia Klöckner

Grußworte von Tamaz Daseni

Redebeitrag des Vizepräsident des Zentralrates, Abraham Lehrer

Redebeitrag Kahraman Evsen

Redebeitrag Fareeda Abbas

Redebeitrag Ohanes Altunkaya

Redebeitrag Carmen Jondral Schuler

Laudatio durch Serhat Ortac

Redebeitrag Thorsten Schäfer Gümbel

Ehrung von Thorsten Schäfer Gümbel

Diashow zu Herrn Thorsten Schäfer-Gümbel

Der stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD und Vorsitzender der hessischen SPD wurde bei der ZÊD-Gründunsgfeier in Köln am 04.06.2017 für seine besonderen Verdienste am Êzîdentum und Êzîden geehrt.



Naji Khatari

Geigenspieler Romi und Flötenspieler Casim

Elî Şingalî aus Dänemark

Shingal und die Musik aus dem Herzen Êzidxans sind ein wichtiger Faktor der êzidischen Identität. Mit Elî Şingalî aus Dänemark präsentieren wir Euch seinen Song “ Nadia Murad“, welches er allen êzidischen Frauen und Mädchen gewidmet hat.

Bedil Brahim


Besuch der êzidischen Gemeinde aus Frankreich


Live-Video


Unterstützung der êzidischen Jugend

„Ihr seid unsere Zukunft, Ihr seid unser Lichtblick“, mit diesen Worten hat der Vorsitzende, Dr. Irfan Ortaç, die ezidische Jugend für ihre vorbildliche Arbeit gelobt.


Fotos des Gründungsfeier von Valêrî Çavêşîn


Gäste und musikalische Begleitung

Ehrengäste zur Gründungsfeier des ZÊD

Musikalische Begleitung der Gründungsfeier des ZÊD



Am 20.05.2017 war der ZÊD eingeladen worden, an der Veranstaltung „Festakt zur Gründung der Albert Sevinc Stiftung“ in Düsseldorf teilzunehmen und ein Grußwort an die Gäste abzuhalten. Der Gründer unterstützt damit Projekte in Deutschland, Armenien, Syrien und Irak. Dieses Jahr möchte die Stiftung unter Anderem Projekte für die êzîdischen Flüchtlinge in Nordirak unterstützen. Der Vorsitzende des ZÊD Dr. Irfan Ortac, der das Grußwort hielt, und Vorstandsmitglied Mejdin Kurt waren zu der Feier eingeladen worden. Eine großartige Veranstaltung, die solch einer Stiftung nur würdig ist. Die Welt braucht mehr davon…

Heute wurde außerdem eine ezidische Delegation, unter anderem Baba Şêx, Viyan Dexil usw. empfangen. Auch der ZÊD war eingeladen worden. Unsere Vorstandsmitglieder Şahap Dağ und Safet Disli bleiben bis morgen zusammen mit der Delegation, welches sich mit Ministerpräsidenten und Fraktionsvorsitzende treffen wird.

Wir danken Brandenburg und wünschen gutes Gelingen.