Category Archive : Politik

Voller Trauer haben wir heute erfahren müssen, dass Mîr Tahsîn Saîd Alî Beg, Oberhaupt der Êzîden, nach langer Krankheit in Deutschland verstorben ist.

Die im Nahen Osten beheimateten Êzîden sind Angehörige einer monotheistische Religion, deren Wurzel 2.000 Jahre vor Christus reichen. Sie sind seit Jahrhunderten einer religiös-politisch motivierten Verfolgung ausgesetzt und viele haben ihre Heimat verlassen müssen.

Mîr Tahsîn Beg hat wie kein anderer in den letzten Jahrzehnten die Geschichte der êzîdischen Gemeinschaft geprägt. 1933 in Sheikhan (Kurdistan-Irak) geboren, hat er 1944 nach dem Tod seines Vaters Saîd Beg, anfangs unterstützt von seiner Großmutter Meyan Xatûn, dessen Aufgaben übernommen.

Hauptaufgabe des Mîr ist es, die Êzîden in weltlichen Fragen zu vertreten und sich für das Überleben der Gemeinschaft einzusetzen. Dazu gehört die Verantwortung für organisatorische Aufgaben, insbesondere für das zentrale Heiligtum Lalish (Nahe Duhok) in Kurdistan-Irak, und zugleich die Sorge um die Einhaltung der moralischen Grundsätze und die Einheitlichkeit innerhalb der Gemeinschaft.

Mîr Tahsîn Beg hat diese Aufgaben über Jahrzehnte und immer wieder unter Lebensgefahr erfüllt.
Kein Ereignis hat ihn so gefordert wie der im August 2014 durch den Islamischen Staat begangene Völkermord an den Êzîden im Shingal(Sinjar)-Gebiet. Es wurden Tausende Êzîden ermordet, tausende Frauen und Kinder versklavt. Hunderttausende von geflüchteten Êzîden leben unter schlechten humanitär Bedingungen in Camps und warten bis heute vergebens auf Bedingungen für eine sichere Rückkehr und nachhaltigem Wiederaufbau. Das Ziel, den Êzîden die Rückkehr nach Shingal und in die umliegenden Siedlungsgebiete zu ermöglichen, hat er bis zuletzt mit großer Energie verfolgt, doch blieb ihm der Erfolg verwehrt.

Von der Verfolgung blieb Tahsîn Beg selbst nicht verschont. Er hat mehrere Attentatsversuche –teils schwer verletzt –überlebt. Mehrfach verfolgten ihn Fanatiker, so dass ihm immer wieder nur das Exil in Europa blieb. Zuletzt hielt er sich überwiegend in Deutschland auf. Aufgrund seines hohen Alters und seinem gesundheitlichen Zustandes hat er vor einigen Jahren die Regierungsgeschäfte seinem Sohn Hazim Tahsîn Beg übertragen.

Er war Deutschland sehr dankbar, dass hier den Êzîden Asyl und Schutz gewährt wurde. Mit der Gründung êzîdischer Vereine und Gemeinden in Deutschland verband er die Hoffnung, dass die Gemeinschaft ihre religiösen Inhalte bewahrt und zugleich Formen der Selbstorganisation entwickelt, die es erlauben, mit einer Stimme zu sprechen. Die Êzîden haben es auch ihm zu verdanken, dass sie auf diesem Weg weit vorangekommen sind.

Für Interview-Anfragen oder Hintergrundinformationen bitten wir um Kontaktaufnahme per Email: info@zentralrat-eziden.com.

Am 18.11.2018 fand in Gütersloh die 13. Vorstandssitzung des ZÊD gemeinsam mit dem Beirats- und Gemeindemitgliedern statt.

Der Vorstand berichtete von seiner Arbeit seit der Gründung am 29.01.2017 und diskutierte über die gemeinsame Arbeit in den kommenden Jahren.

Sowohl die ZÊD-Mitglieder als auch der ZÊD – Vorstand haben noch viel Arbeit vor sich. Die ersten (knapp) 2 Jahre sind sehr gut gelaufen. Natürlich gab es Kritik, sowohl am Vorstand als auch an den Mitgliedern.

Es gilt die zukünftigen Aufgaben gemeinsam anzugehen und die Zusammenarbeit zu intensivieren.

Die Neuwahlen des Vorstandes des ZÊD finden Anfang 2019 statt.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Das Wahlrecht gehört zu den elementaren demokratischen Grundrechten. In Deutschland wurde das Wahlrecht für Frauen vor 100 Jahren von Frauenrechtlerinnen erkämpft und bildet mit diesem Schritt einen wichtigen Grundstein für die gesetzliche Gleichberechtigung von Frauen Männern. Besonders erfreut sind wir, dass viele ezidische Frauen mittlerweile deutsche Staatsbürgerinnen sind, und somit aktiv auch ihr Wahlrecht wahrnehmen. Danken möchten wir auch den ezidischen Frauen und Mädchen, die in den verschiedenen Parteien Ämter und Funktionen bekleiden.

Die Frauenkommission des Zentralrat der Êzîden in Deutschland gratuliert zum Jubiläum ganz herzlich

Am 09.11.2018 wurde der Zentralrat der Eziden in Deutschland (ZED) von einem aus Northeim stammenden Eziden kontaktiert. Er berichtete, dass er und sein Bruder vor ca. 3 Wochen von mehreren Mitgliedern eins aus dem Libanon stammenden arabischen Clans bedroht und tätlich angegriffen wurden.

Den Eziden wurde vorgeworfen, dass sie Ungläubige seien und alkoholische Getränke zu sich nähmen. Bei dem Angriff trugen die beiden Kopfverletzungen und Nasenbeinbrüche davon, weshalb sie 1 Woche stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Nach diesem Angriff kamen ca. 10 Männer zu ihnen, bedrohten sie mit einer Pistole und kündigten an, sie zu töten, wenn sie die Polizei über diesen Vorfall informieren würden. Einer der Beiden hat aus Angst um sein Leben seine Arbeitsstelle aufgegeben und wohnt vorübergehend bei Bekannten. Eine Rücksprache mit der Polizei von Northeim bestätigte diesen Ablauf der Ereignisse.

Daraufhin hat der ZED beiden Eziden empfohlen, zu ihrer eigenen Sicherheit in eine andere Stadt zu ziehen. Die Polizei hat diesen Vorschlag begrüßt und ihre Unterstützung dabei angeboten.

Der ZED verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorgänge in Herne und Bielefeld im Jahr 2016, wo Eziden zu ihrer Sicherheit ebenfalls ihre Unterkünfte verlassen mussten. Er nimmt diese Vorfälle äußerst ernst und wird gegenüber den zuständigen deutschen Behörden seine tiefe Besorgnis zum Ausdruck bringen.

(https://www.waz.de/…/wurden-jesiden-aus-herne-vertrieben-id…)
(https://www.welt.de/…/Massenschlaegerei-zwischen-Tschetsche…).

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer hat der Zentralrat der Eziden in Deutschland (ZED) heute vernommen, dass in den letzten Tagen sich zwei Todesfälle ereignet haben, bei denen es sich um sog. „Ehrenmorde“ handeln könnte.

In beiden Fällen, die sich nach unseren ersten Erkenntnissen in Dortmund und in Köln ereigneten, soll es sich um junge ezidische Paare gehandelt haben, die aus dem Irak stammen.

(mehr …)

Nach der Rückkehr des Vorsitzenden Dr. Irfan Ortax aus Shingal besuchte er zusammen mit Vorstandsmitglied Mejdin Kurt den Yezidischen Kulturverein Saarland e. V.

Die Gemeinde im Saarland hat die Vertreter des ZÊD herzlich empfangen. Unter anderem wurde über die künftige Zusammenarbeit geredet.

Es freut den Zentral der Êzîden zu sehen, dass sich  uns immer mehr Gemeinden bundesweit anschließen. 

Beitrag des Yezidischen Kulturvereins Saarland e.V auf Facebook:

Ein Radiointerview von Radio Horeb mit dem Vorsitzenden des Zentralrates.

Hören Sie sich hier das Interview an.

Am 10. Dezember wird wieder der Friedensnobelpreis verliehen werden. Und in diesem Jahr geht er gleich an zwei Personen, die äußerlich wohl kaum unterschiedlicher sein könnten, aber auf ihre Art gegen das gleiche Übel kämpfen: sexuelle Gewalt gegen Frauen als Mittel Krieges. Die Rede ist von dem kongolesischen Gynäkologen und Menschenrechtsaktivisten Denis Mukwege und der ezidischen Frauenrechtlerin Nadia Murad. Das besondere an der 25-jährigen Ezidin ist die Tatsache, dass sie die Gräuel des Krieges – Demütigung, Vergewaltigung Verschleppung – am eigenen Leib erlebt hat. Über sie, ihr Schicksal und ihren Kampf für eine bessere Welt spricht Volker Niggewöhner mit Dr. Irfan Ortac. Er ist Vorsitzender des Zentralrats der Êzîden in Deutschland.

Erstausstrahlung (bzw. hochgeladen am): 14.10.2018 

Folgender Beitrag wurde an die Presse weitergeleitet, den wir für sehr notwendig erachten:

Dr. Irfan Ortac, Vorsitzender des Zentralrats der Êzîden in Deutschland (ZED), hat in der Zeit vom 20. – 27.10.2018 den Irak besucht, um zum einen die Entwicklung des politischen Prozesses nach dem vermeintlichen Sieg über den IS zu beobachten, zum anderen den Stand des Wiederaufbaus in Shingal.

(mehr …)